4. Tarotkarte: Der Kaiser

Das mystische Tarot: Der Kaiser

Die Tarot-Karte Numero Vier zeigt traditionell einen stolzen, selbstbewussten Mann auf einem hohen Herrscherthron, der ein Zepter als Zeichen seiner weltlichen Macht in der Hand hält. Auf manchen alten Tarot-Decks wie dem Tarot de Marseille wird der Kaiser statt in einem royalen Purpurmantel auch in einer Ritterrüstung und mit Schwert in der Hand dargestellt, um zu verdeutlichen, dass er auch ein kriegerischer Mensch ist, der sich seinen Erfolg hart erkämpft hat und bereit ist, sein Reich zu verteidigen. Das sinnbildliche „Reich“ dieses Kaisers ist auch durchaus von dieser Welt, wie das biblische Sprichwort lautet, denn der Kaiser steht für die weltliche Macht – ähnlich, wie der Papst für die geistliche Macht steht.

Deswegen ist diese Karte eine Ankündigung von einem Zuwachs an Macht und Einfluss, und sie bedeutet, dass man entweder bald mehr Einfluss erhält, oder auch, als Personenkarte gedeutet, dass ein einflussreicher Mann einem bald zur Seite steht. Der blinde Fleck des Kaisers ist seine Liebe zum Weltlichen und seine Befangenheit in der Materie, denn er sieht nicht die spirituelle Dimension, sondern vorrangig das, was sich messen und zählen lässt.

Die Zahl Vier war eine heilige Zahl der Pythagoreer und steht in der Zahlenmystik und Kabbalah auch für die Welt und die Materie selbst, für die materielle Schöpfung, im Gegensatz zu den Zahlen Eins bis Drei, die eine rein geistige Vorschöpfung aus weiblichen und männlichen Elementen bezeichnen, die noch nicht materiell, also noch nicht „in Materie gefallen“ ist. Alles Materielle, Hab und Gut, untersteht daher dem Kaiser im Tarot, und er symbolisiert auch die praktische kluge Art, wie der Ratsuchende seine beruflichen und finanziellen Aufgaben ordnet.


Als eine Ereigniskarte bedeutet der Kaiser im Tarot, dass es jetzt Dinge gibt, die beherzt anzupacken sind, und dass irdische Herausforderungen anstehen, denen man sich mit dem nötigen Selbstvertrauen stellen sollte, um seine Interessen durchzusetzen. Dennoch sollte man nicht vergessen, dass es bei allem gebotenen Pragmatismus auch eine geistige, ethische und moralische Seite jeder Angelegenheit gibt.


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