13. Tarotkarte: Der Tod

Das mystische Tarot: Der Tod

Die Karte Dreizehn im Tarot ist der „Tod“. Kaum eine Karte wird von Kartenlegern und Ratsuchenden so sehr gefürchtet wie diese Karte, denn ihre Anmutung ist äußerst düster: man sieht hier den symbolischen Tod, meist als Schnitter im schwarzen Umhang, wie im Raider-Waite-Tarot, wo der ausgemergelte Tod auf einem fahlen Pferd reitet, oder als großes Skelett in der klassischen Version eines Sensenmannes. In den antiken Darstellungen dieser Tarot-Karte ist zusätzlich auch ein Feld zu sehen, auf dem menschliche Köpfe wachsen, die vom Schnitter Tod und seiner Sense gnadenlos abgemäht werden – Männer und Frauen, Arme und Reiche, Junge und Alte, auch gekrönte Häupter sind darunter. Diese Karte will uns sagen, dass der Tod alle Menschen gleich macht, und dass er für alle, ohne Beachtung ihrer Person und ihres sozialen Rangs, das Ende ihres gewohnten Lebens und ihrer Identität darstellt.

Jedoch bedeutet der Tod im Tarot nur ganz selten einen wirklichen Tod – er weist auf eine Transformation hin, auf einen Durchbruch in eine andere Dimension, oder auf eine Wendung, wenn etwas, das seine Zeit überlebt hat, endgültig zum Abschluss kommt. Als Ereigniskarte steht der Tod im Tarot meist für das nahe Ende eines geschäftlichen Unternehmens, für einen Misserfolg vor Gericht oder bei einer Prüfung, oder für das Ende einer Beziehung. Manchmal, wenn man konkrete Ereignisse erfragen will, kann die Karte Dreizehn aber auch bedeuten, dass man in seinem Leben in eine falsche Richtung geht, dass eine bestimmte Einstellung sich „totgelaufen“ hat und dass wir unseren Gedanken und Handlungen dringend eine neue Richtung geben müssen, um Verluste zu vermeiden.


Die Dreizehn bedeutet in der magischen Dichtung von Gérard de Nerval den Tod und die Wiederauferstehung der Geliebten, die für ihn unsterblich ist: „Die dreizehn kehrt wieder, und es ist immer die Erste“. Damit meint der Dichter, dass es keinen Tod gibt, sondern nur ein unendliches Wiedersehen in einer Kette von Reinkarnationen. Der mit der Dreizehn assoziierte Tod im Tarot ist die ewige Wiedergeburt dessen, was wir lieben, und der Schmerz, den ein vorübergehender Abschied uns kostet, und die Nüchternheit und Selbstdisziplin, die wir brauchen, um Krisen durchzustehen, nötigenfalls ganz allein, denn das Bild heißt auch Isolation. Aber es gibt auch Hoffnung auf ein Wiedersehen.


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