Mein Kartenlegen Fortsetzungsroman: Versunkene Träume

Kapitel 5 Versunkene Träume bei Mein Kartenlegen

Jossi startete den Anlasser ihres weißen VW Tiguan und fuhr eilig zur Konditorei Stern, in der sie schon von ihren Freundinnen erwartet wurde. Anders als früher, war jedoch ihre Stimmung gedämpft und ihre Erwartungshaltung nicht mehr positiv. In guten Tagen hatten die Damen bei ihrem wöchentlichen „Jour“ im wunderbar altmodischen Café gewitzelt, dass sie „Sex in the City“ mit anderen Darstellerinnen seien. In Wirklichkeit waren sie eher „No Sex in the Village“, oder „Slow Sex in the Mittelstadt“. Obwohl Jossi die Jüngste war, näherten sich auch für sie die Zeiten, in denen sie ihre eheliche Zweisamkeit mit ihrem Gatten Roland nicht mehr nach der Uhr, sondern eher nach dem Kalender bemessen konnte. Und es war nicht der Kalender der Fruchtbarkeit, denn dieses Thema war mehr oder weniger abgehakt.

Versunkene Träume Kapitel 5 - Der esoterische Fortsetzungsroman

Jossi seufzte. „Für alles im Leben gibt es eine Zeit“, das steht schon im Predigertext in der Bibel, also in den Sprüchen Salomons. Sie war ein spiritueller Mensch, mit viel Sinn für Spiritualität, aber kein Salomon. Wahrscheinlich hatte sie ihre Zeit verpasst, ihr eigenes Schicksal nicht rechtzeitig geformt. Sie war zu spät abgesprungen, oder zu früh aufgesprungen. Hätte sie ihr Psychologie-Studium absolviert, könnte sie heute in einer schicken Therapiepraxis in den rundumverglasten Bürogebäuden Frauen wie Lotti und Senta bei ihren Eheproblemen beraten.

Gegen Bares. Denn so tiefgründig und esoterisch Jossi auch in ihrer Seele veranlagt war, den gesunde Sinn für Materielles – das Bodenständige eben – war ihr, der Arbeitertochter aus der Provinz, nie abhanden gekommen. Verdienen ist besser als ausgeben. Doch schon hielt ihr Wagen vor der Konditorei Stern. Drinnen erkannte sie bereits die elegant schmalen Silhuetten ihrer Freundinnen durch das abgetönte Fensterglas.


Lotti, die Älteste, war schön zurechtgemacht in einem pfauenblauen Kleid aus Seide, das hervorragend mit ihrem blonden Haar kontrastierte. Senta, die etwas jünger war als Lotti, trug Designer-Jeans und einen grauen, geschickt ihre Figur betonenden Pullover, der von einer edlen Marke stammte und am Kragen elegant mit Silberfuchs verbrämt war. Strada fehlte wieder einmal.

Strada war nicht ihr wirklicher Name. Sie hieß eigentlich Annunciata Maria Veronica Luisa, nur nannte sie niemand so. Deshalb war ihr der Spitzname Strada verpasst worden, denn sie liebte Federico Fellinis Filmklassiker „La Strada“ und seine bittersüße Melancholie. Strada, deren Gatte Immobilienmakler war und zehn Eigentumswohnungen im modernen Wohnpark am nördlichen Stadtrand besaß, die er zu Höchstpreisen vermietete, hatte es oberflächlich gesehen durchaus gut.

Durch die Rendite dieser Mietswohnungen konnte Strada sich stets die neueste Mode leisten – natürlich nur von Dolce e Gabbana oder von Fendi. Strada, dieser Prototyp einer attraktiven rassigen Italienerin, war in den letzten Jahren etwas mollig geworden, sehr zum unterschwelligen Vergnügen von Jossi. „Mamma-Miracoli-Figur“, witzelte Roland gern über vollschlanke Damen, stets augenzwinkernd versichernd, dass er schlanke Frauenfiguren wie die seiner Gattin am anziehendsten fand. Und die seiner äußerst herben Liebsten Camilla, ergänzte Jossi in Gedanken.


Die beiden Freundinnen lächelten und begrüßten sie zurückhaltend, doch das Gespräch wollte heute nicht recht in Gang kommen. Ob es tatsächlich der Einfluss von Mars in den Fischen war, der heute eine emotionale Kriegsstimmung verbreitete, so wie es auch die Astrologin von der esoterischen Lebensberatung www.mein-kartenlegen.de vorausgesehen hatte, konnte Jossi nicht mit Bestimmtheit sagen. Nur, dass die Atmosphäre im ruhigen Café Stern plötzlich aufgeladen war mit emotionaler Spannung, wie mit elektrischen Funken durchzogen, war ohne Zweifel zu spüren. Es lag ein gewisser, knisternder Verdacht in der Luft…

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